Modersohn-Becker- Landschaften

Paula Becker, Herbstlandschaft am Weyerberg, 1899
Die Landschaften von Paula Modersohn-Becker in einer großen Bandbreite zu sehen ist ein ganz besonderes Erlebnis. Ihre Landschaften sind nicht so bekannt, wie ihre Porträts, Kinderbilder und Stillleben. Zum 150 Geburtstag der Künstlerin widmet sich das Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude daher diesem Thema mit einer faszinierenden monographischen Ausstellung. 32 Landschaften, teilweise aus Privatbesitz, geben einen bisher noch nicht so gezeigten Überblick über ein Thema im Werk der Künstlerin, das meist in Ausstellungen nur am Rande vorkommt.
Die experimentierfreudige Künstlerin nähert sich dem Thema auf sehr unterschiedliche Weise. So versetzt die Ausstellung den Besucher immer wieder in Erstauen ob der Vielfalt. Von einer Landschaft fast im Jugendstil, vielleicht inspiriert von Heinrich Vogeler über stark vereinfachte Landschaften, die sich nahtlos in ihr Gesamtwerk einfügen, bis zu farblich außergewöhnlichen Landschaftskompositionen reicht die Bandbreite. Wer mit Paula Modersohn-Beckers Landschaften nur gedeckte Erdtöne verbindet wird überrascht sein.
In der Ausstellung wird in vielen Bildern ihre Modernität deutlich. Sei es in der Farbwahl, in den Bildaussschnitten oder aber in der für ihre Malweise typischen Vereinfachung der Formen. „ Ich glaube man müsste beim Bilder malen gar nicht so an die Natur denken, wenigstens nicht bei der Komposition des Bildes. Die Farbskizze ganz so machen, wie man einst etwas in der Natur empfunden hat. Aber meine persönliche Empfindung ist die Hauptsache.“ schrieb Paula Modersohn-Becker in ihrem Tagebuch am 1. Oktober 1902.
Besonders im Vergleich mit der Dauerausstellung der Landschaften ihres Ehemanns Otto Modersohn ergibt sich ein großes Landschaftspanorama. Ein Besuch der Ausstellung in Kombination mit einer Führung durch Fischerhude gibt einen Gesamtblick auf das nicht erst seit 1900 wichtige Thema Landschaft.
Die Ausstellung in Fischerhude ist ein wunderbarer Teil der Jubiläumsausstellungen, die zur Zeit in Bremen, Worpswede, Dresden und anderswo die Pionierin der Moderne feiern.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 28.06.26. Das Museum ist jeden Tag von 10:00 bis 18:00 geöffnet.
